Unter dem Wort bleiben – wenn Deutung zur Versuchung wird Es beginnt selten mit Trotz. Es beginnt mit Eifer. Mit dem Wunsch, Ordnung in das Unübersichtliche zu bringen. Mit einem Marker in der Hand und dem Gefühl: Wenn ich es nur gut genug erkläre, wird es für alle klar. Und […]
Archiv des Monats: Februar 2026
Zeit ist eine der rätselhaftesten Größen unserer Existenz. Wir leben in ihr, wir messen sie, wir verschwenden sie, wir beklagen ihren Mangel – und doch bleibt sie uns fremd. Was ist Zeit? Wohin führt sie? Hat sie ein Ziel? Die Bibel gibt auf diese Fragen keine philosophische Abhandlung. Sie gibt […]
Bevor wir uns Daniel 9 zuwenden, den faszinierenden „70 Jahrwochen“ und dem bedeutsamen kleinen Wort shuv, ist es unerlässlich, einen fundamentalen Schritt zurück zum Ursprung zu tun: an den allerersten Anfang der biblischen Erzählung, zur Schöpfung selbst. Dies ist keine Nebensächlichkeit, kein gelehrter Umweg. Es bildet eine tragende Grundlage für […]
Im Jahr 605 v. Chr.\ befand sich Jerusalem in einer prekären Lage. Die Stadt, einst Zentrum des davidischen Königtums, glich einem Schiff in stürmischer See, eingeklemmt zwischen den Wellen zweier Großmächte. Im Süden lag Ägypten, das nach dem Fall des assyrischen Großreichs versuchte, die entstandene Machtlücke zu füllen. Im Norden erhob […]
} Die Szenerie in Daniel 9,1–2 ist von stiller Dramatik geprägt. Daniel ist inzwischen ein hochbetagter Mann, der Jahrzehnte am babylonischen und nun persischen Hof gedient hat. Er hat Könige kommen und gehen sehen, Reiche aufsteigen und fallen – doch sein Blick bleibt auf die Schriften gerichtet, auf Gottes geoffenbartes […]
Nachdem wir Daniels Gebet und das Schlüsselwort shuv kennengelernt haben, wenden wir uns nun der Struktur der 70 Jahrwochen selbst zu. Der Text in Daniel 9,24–27 gehört zu den dichtesten und zugleich meistdiskutierten prophetischen Abschnitten der gesamten Bibel. Generationen von Auslegern haben sich an diesen wenigen Versen abgearbeitet – mit […]
Die 62 Wochen in Daniel 9 umfassen den längsten Abschnitt der prophetischen Zeitstruktur – 434 Jahre, wenn man sie als Jahrwochen versteht. Doch der Text selbst sagt kaum etwas über diese Zeit. Zwischen der Wiederherstellung Jerusalems unter den Persern und dem Auftreten des „Gesalbten, der ausgerottet wird“, liegt ein enormer Zeitraum, […]
Jerusalem. Kein anderer Ortsname durchzieht die biblische Erzählung so beharrlich wie dieser. Von Abrahams Begegnung mit Melchisedek, dem König von Salem, bis zur Vision des Neuen Jerusalem in der Offenbarung – diese Stadt steht im Zentrum des göttlichen Dramas. Doch was macht Jerusalem so besonders? Warum kreist die gesamte prophetische […]
Im Jahr 167 v. Chr. geschah etwas, das die jüdische Welt bis ins Mark erschütterte. Ein fremder Herrscher betrat den Tempel in Jerusalem – nicht um anzubeten, sondern um ihn zu entweihen. Was in diesem Jahr geschah, wurde zum Referenzereignis für alles, was der biblische Text unter „Greuel der Verwüstung“ versteht. […]
Die Bibel erzählt nicht nur eine Geschichte – sie erzählt dieselbe Geschichte auf mehreren Ebenen. Was im Kleinen geschieht, wiederholt sich im Großen. Was einem Einzelnen widerfährt, spiegelt sich im Schicksal eines Volkes. Was in der Vergangenheit geschah, wirft seinen Schatten in die Zukunft. Diese Struktur ist kein Zufall. Sie […]